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Verein zur Bewahrung des deutschen Kulturerbes im Südkaukasus

|   Aktuell

Der „Verein zur Bewahrung des deutschen Kulturerbes im Südkaukasus“ wurde am 30. November 2013 mit Unterstützung der Deutschen Botschaft als Nichtregierungs-organisation in Tiflis gegründet. Vereinszweck ist es, das bestehende deutsche Kulturerbe in Georgien zu erforschen, zu verteidigen, zu schützen und zu retten sowie seine breite Popularisierung.

Der „Verein zur Bewahrung des deutschen Kulturerbes im Südkaukasus“ wurde am 30. November 2013 mit Unterstützung der Deutschen Botschaft als Nichtregierungs-organisation in Tiflis gegründet und 2014 offiziell unter dem Aktenzeichen S/N 405024726 registriert. Der Vorstand besteht aus folgenden Mitgliedern: Dr. Oliver Reisner, Historiker und Vorsitzender, Dr. Maia Mania, Architekturhistorikerin, Hans-Joachim Kiderlen, Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Georgien und im Südkaukasus, Nestan Tatarashvili, Architektin und Restauratorin sowie Götz-Martin Rosin, Redakteur der deutschsprachigen Zeitung „Kaukasische Post“ und Olesya Dimitrchenko, Nachfahrin deutscher Kolonisten in Alexanderdorf. Der Verein hat ein Ehrenmitglied, die ehemalige Außenministerin, Tamar Beruchashvili sowie 40 aktive und passive Mitglieder.

Vereinszweck ist es, das bestehende deutsche Kulturerbe in Georgien zu erforschen, zu verteidigen, zu schützen und zu retten sowie seine breite Popularisierung. In zeitlicher Reihenfolge finden Sie nachfolgend die abgeschlossenen und laufenden Aktivitäten des Vereins:

 Zur Bekanntmachung des Vereins wurde eine offene Facebook-Seite eingerichtet: https://www.facebook.com/KulturerhaltGeorgien

 Zur Verbreitung unserer Vereinsziele in der Öffentlichkeit haben wir einen Videoclip produziert: https://www.youtube.com/watch?v=TzdnNxpC-8k&feature=youtu.be

 Vom Verein gesammeltes und aufgearbeitetes Material wurde von der Deutschen Botschaft Tiflis im Jahr 2014 in einem Kalender veröffentlicht, der Fotografien mit architektonischen Entwürfen verschiedener deutscher Siedlungen enthielt.

 2015 und 2016 haben wir das von der Nationalen Agentur für Kulturdenkmal-schutz Georgiens geförderte Projekt „Untersuchung und Erforschung des deutschen Kulturerbes in Georgien“ durchgeführt (150.000 GEL). Im Rahmen dieses Projektes konnten wir umfassend die historischen, bibliographischen und archivierten Informationen des deutschen Kulturerbes sammeln, inventarisieren und analysieren. Die wissenschaftliche Untersuchung wurde auf Grundlage des untersuchten Materials (Karten, Fotos, Zeichnungen, historische Archivalien u.ä.) durchgeführt. Insgesamt wurden in Georgien 23 Kolonien identifiziert und für 410 deutsche Gebäude Feld- und Inventarisierungskarten und 19 ausführliche Gebäudepässe erstellt. Für sechs Siedlungen wurden historisch-kulturelle Analysen der Siedlungsstruktur samt thematischen Karten durchgeführt bzw. erstellt. Auf der Grundlage dieser Arbeiten wurden einschlägige Empfehlungen und eine Liste schützenswerter Objekte des deutschen Kulturerbes verfasst. 38 deutsche Gebäude haben bereits den Status eines Kulturdenkmals Georgiens erhalten.

 Mit Mitteln unseres Vereins wurde das „Heimatbuch“ eines ehemaligen Kathrinenfelders ins Georgische übersetzt: Ernst Allmendinger: Katharinenfeld - Ein Deutsches Dorf im Kaukasus (1818-1941), Neustadt 1989. Es soll 2017 veröffentlicht werden.

 Das deutsche Kulturerbe in Georgien ist in Tiflis besonders gefährdet. Mit dem Ziel, dieses Erbe zu bewahren und zu popularisieren, organisierten wir zusammen mit dem Verein „Tiflis Hamkari“ am 14. Mai 2016 eine Fotoausstellung „Die in Tiflis verlorene deutsche Siedlung Alexanderdorf“ im Stadtrat von Tiflis.

 Um das Überleben von Alexanderdorf im Frühjahr 2016 zu sichern, haben wir uns an den Bürgermeister von Tiflis, David Narmania, gewandt und ihm wirksame Maßnahmen im Bereich Stadtplanung und Denkmalschutzbestimmungen für die bedrohten deutschen Gebäude vorgeschlagen. Zum selben Zweck hat die Agentur für Kulturdenkmalschutz den verbliebenen Gebäuden den Status von Objekten des Kulturerbes und den fünf bedeutendsten Gebäuden den Status eines Kulturdenkmals verliehen.

 Am 23. Oktober 2016 haben wir mit Unterstützung der Deutschen Botschaft im Rahmen der Gedenkveranstaltung zur Ankunft der schwäbischen Kolonisten in Bolnissi eine Fotoausstellung zu ihrer Geschichte und ihrem Kulturerbe organisiert.

 

Zweisprachige Informationstafeln

 In Zusammenarbeit mit der Vertretung des Europarats in Georgien konnte unser Verein zweisprachige Informationstafeln und Ortsschilder in den ehemaligen deutschen Siedlungen aufstellen. Darüber hinaus konnten an den historischen und als Kulturerbe geschützten Gebäuden in Bolnissi-Katharinenfeld, Assureti- Elisabethtal und Trialeti-Alexanderhilf, Infotafeln zu ihrem Status, ihrer Geschichte und andere notwendigen Informationen in georgischer und deutscher Sprache angebracht werden.

 Im Rahmen eines Projekts zur Entwicklung des Ökotourismus haben wir dabei geholfen, das deutsche Kulturerbe in einen Tourismuspfad in der Region Tsalka einzubauen. Außer Informationsheften wurde in diesem Projekt in Trialeti auch eine Infotafel mit einem zweisprachigen Text erarbeitet, auf der die Kolonie Alexanderhilf und ihr kulturelles Erbe erklärt wird.

 Auf der 3. wissenschaftlichen Konferenz der Nationalen Agentur für Kulturdenk-malschutz Georgiens am 19. und 20. Mai 2016 zum Internationalen Tag der Museen haben wir über die „Entwicklung von Schutzzonen in Bolnissi und Assureti“ berichtet. Der Beitrag wurde 2017 im Konferenzband veröffentlicht.

 Auf der Grundlage unserer Studien veröffentlichte der Europarat in Georgien 2017 eine illustrierte Publikation „Kulturweg der deutschen Minderheit in Georgien“ auf Georgisch, Deutsch und Englisch (112 Seiten). Download: https://rm.coe.int/168070ce59

 Im Februar 2017 haben wir auf Einladung des Stadtmuseums und der Universität Tübingen eine Fotoausstellung „Schwaben in Georgien“ organisiert, die bis Ende Juli 2017 zu sehen war und sich großer Beliebtheit erfreut hat.

 In einer Sonderausgabe zum 200. Jahrestag der Gründung der Evangelisch- Lutherischen Kirche im Südkaukasus (1817-2017) wurde unser Artikel „Die Evangelisch-Lutherischen Kirchen Georgiens“ (Georgisch, Deutsch und Englisch) veröffentlicht.

 Mit Unterstützung des Ministeriums für Kultur und Denkmalschutz von Georgien konnten wir im Juli 2017 in Stuttgart auf dem Studientag Südkaukasien der Evangelischen Landeskirche Württembergs mit einem Vortrag und einer Fotoausstellung zu den „Deutschen Kolonisten Georgiens 1817-2017“ unsere Arbeit in Deutschland vorstellen.

 Vom 24. bis 26. März haben wir an der von der „Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit“ (GIZ) organisierten Veranstaltung „Architektur als Brücke zwischen Zeit und Menschen“ mitgewirkt und außerdem einen Artikel über die deutschen Siedlungen veröffentlichen können.

 Von März bis August 2017 haben wir das vom Einsturz bedrohte Dach der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Trialeti-Alexanderhilf restauriert. Das Projekt wurde vom Auswärtigen Amt finanziert und von der Nationalen Agentur für Kulturdenkmalschutz zusammen mit uns umgesetzt.

 Auf der Grundlage der von uns gesammelten Informationen zum deutschen Kulturerbe wird die Abteilung für Tourismus Georgiens 2017 einen zweisprachigen Reiseführer über die deutschen Siedlungen Georgiens herausgeben.

 Im September 2017 wurde von der Staatlichen Ilia Universität und der Hochschule Zittau-Görlitz eine Sommerschule mit jeweils 15 georgischen und 15 deutschen Studierenden abgehalten, die der Projektentwicklung für den künftigen Umgang mit dem deutschen Kulturerbe gewidmet war. Sie wurde vom PROMOS-Programm des DAAD und der Konrad-Adenauer-Stiftung sowie von unserem Verein tatkräftig unterstützt. Die Ergebnisse werden auf einer speziell eingerichteten Website öffentlich zugänglich gemacht.

 Unsere Forschungsergebnisse zu den deutschen Siedlungen und das kulturelle Erbe werden in einer Neuauflage des Geographischen Atlas Georgiens veröffentlicht, deren Präsentation im Jahr 2018 durch den Verlag „Palitra“ geplant ist.

 Auf Beschluss des Premierministers Georgiens hat der Gemeinde-Entwicklungs- Fond Georgiens (MDF) umfangreiche Arbeiten zur Rehabilitation des historischen Teils von Assureti, dem ehemaligen Elisabethtal begonnen. Geplant sind die Erneuerung der alten Dorfstraßen der ehemaligen deutschen Kolonie, die Wiederherstellung der ursprünglichen Zäune und Mauern sowie der Evangelisch- Lutherischen Kirche und dreier Wohnhäuser. Unser Verein begleitet diese Arbeiten mit seiner Expertise und Restaurierungsempfehlungen. Dieses Großprojekt wurde 2016 begonnen und wird 2018 abgeschlossen werden.

 Mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland werden wir in weiteren vier deutschen Kolonien unsere detaillierte Inventarisierung fortsetzen. Die Ergebnisse zum deutschen Architekturerbe in Georgien werden in Buchform auf der Frankfurter Buchmesse 2018 vorgestellt.

 In Zusammenarbeit mit dem Stadtmuseum Tübingen, der Universität Tübingen, der Museumsverwaltung Georgiens mit deren Regionalmuseum in Bolnissi sowie der Staatlichen Ilia Universität werden wir gemeinsam 2018 das Projekt „Wandernde Dinge und migrierende Menschen: Aufbereitung des schwäbischen Erbes in Georgien für Wissenschaft und Öffentlichkeit“ im Rahmen des Förderprogramms „Objekt – Material – Kultur: Dokumentation und Erforschung des materiellen Kulturerbes der Deutschen im östlichen Europa“ bei der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien umsetzen.

 Auf Grund der Bedeutung von Bildungsarbeit zum Schutz des Kulturerbes hat unser Verein ein weiteres Projekt „Deutsches Kulturerbe und Erstellung einer Karte lokaler Kulturressourcen zur kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklung“ vorbereitet, das auf eine enge Zusammenarbeit von lokaler Bevölkerung, Kommunen, Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen sowie ausländischen Gebern beruht. Einen Förderer für dieses Projekt konnte der Verein bisher noch nicht gewinnen.

 Wir kooperieren aktiv mit allen Gemeinden, in denen sich ehemalige deutsche Siedlungen befinden. Wir planen, mindestens eine Straße in jeder Siedlung nach ihrem historischen Namen umzubenennen. Dies soll dazu beitragen, die Erinnerung an die deutsche Bevölkerung und den Schutz des Kulturerbes zu gewährleisten.

 

Neue Projekte und Veranstaltungen

Unser Verein verfolgt aktiv seine Ziele und plant für 2018 neue Projekte und Veranstaltungen, die ein besseres Verständnis des deutschen Kulturerbes in Georgien sowie die lokale und internationale Popularisierung ermöglichen. Dieses Erbe spielt eine wichtige Rolle in der Geschichte Georgiens als multiethnischem und multikulturellem Land. Unser Verein versucht weiterhin, dieses Erbe bestmöglich zu bewahren.

 

Aktuelle Informationen können Sie auf unserer Facebook-Seite finden:

https://www.facebook.com/KulturerhaltGeorgien

 

Kontakt:

Vereinsanschrift: c/o OliverReisner, Omar Pkhakadze Str. 11, Tbilisi 0183

Email: deutscherkulturvereingeorgien@gmail.com

Telefon: +995 (32) 2 54 54 77, Mobil: +995 577 525 710

 

Bankverbindung:

ProCreditBankGeorgien/Tiflis, SWIFT Code: MIBGGE22;

Kontonummer IBAN: GE47PC0133600100060687

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